CSSA: Wie die Chemie-Sozialpartner den digitalen Wandel steuern

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Beispiele für strategische Allianzen für den digitalen Wandel gibt es bereits einige: So hat die BASF eine paritätisch besetzte Begleitkommission aus Betriebsräten, HR- und IT-Fachleuten ins Leben gerufen, die über 4.0-Projekte entscheidet. Bei der Wacker Chemie arbeiten die Betriebsräte an einem Digital-Programm mit. Das Unternehmen greift auf bestehende Erfahrungen zurück und probiert Möglichkeiten zur Digitalisierung aus.

Bei Industrie 4.0 geht es nicht nur um die Technik. Im Zentrum stehen „die Menschen, die sie bedienen, entwickeln und kontrollieren“, sagt Oliver Zühlke, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats bei der Bayer AG. „Ohne sie würde überhaupt nichts funktionieren.“ Er unterstreicht, Unternehmen und Betriebsrat müssten dazu zusammenarbeiten. Die neuen Technologien ermöglichen ein zunehmend dezentrales, zeit- und ortsunabhängiges Arbeiten. Die Folge: Das Recruiting übernehmen zum Teil bereits heute Roboter und Bewerbungsgespräche finden mit Virtual-Reality-Brillen statt.

Die Kompetenzentwicklung wird in Zukunft eine noch größere Rolle spielen. Die Gruppenarbeit erlebt eine Renaissance. In virtuellen Teams arbeiten Kollegen aus Frankreich, China und den USA zusammen. Gleichzeitig führen Vorgesetzte weniger hierarchisch, sondern nehmen vielmehr die Rolle eines unterstützenden Mentors ein. Das Team steuert sich selbst.  Die Michelin Reifenwerke in Bad Kreuznach wollen beispielsweise „mehr Verantwortung und Entscheidungsfreiheit auf die Teams verteilen“, so Anna Simon, Projektleiterin für Autonomes Management.

Bei Merck in Darmstadt beteiligt sich der Betriebsrat an einer Arbeitsgruppe Digitalisierung. Er richtet sein Augenmerk auf Themen, die mit der neuen Technik in Zusammenhang stehen: Benötigen die Mitarbeiter neue Kenntnisse wie technisches Englisch? Haben sie ausreichend Zeit für die Qualifizierung?

Niemand in den Unternehmen weiß definitiv, wohin es mit der Digitalisierung gehen wird. Das sehen Betriebsräte als die größte Herausforderung für ihre Tätigkeit. „Vom Co-Manager zum Co-Innovator“ beschreibt Dr. Katharina Oerder vom MIT Institut in Bonn die neue Rolle der Arbeitnehmervertreter. Es werde immer wichtiger, dass Betriebsräte frühzeitig in die Begleitung von Projekten eingebunden sind. Um auch Einfluss nehmen und mitentscheiden zu können, würde es zudem helfen, „wenn wir dafür mehr gut ausgebildete Betriebsräte hätten“, sagt Kai-Uwe Hemmerich, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats bei Clariant. Er sieht Arbeitnehmervertreter zudem als „ordnende Hand“, die Schnittstellen zwischen den verschiedenen Anwendungen sichtbar macht.

Weitere Informationen unter: www.cssa-wiesbaden.de


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veröffentlicht von on Montag, 19. Februar 2018. gespeichert unter Allgemein. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0. You can leave a response or trackback to this entry

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