Deutsche Chemie investiert verstärkt im Ausland / Grund: Niedrige Energiepreise in den USA und Wachstumsdynamik in Asien

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Deutschland verliert als Standort für die
chemische Industrie an Attraktivität. Investitionen fließen zunehmend
in Regionen außerhalb Europas. Das zeigt eine Datenerhebung des
Verbandes der Chemischen Industrie (VCI): Im Jahr 2012 stiegen die
Investitionen der Chemie in Sachanlagen im Ausland um rund 25 Prozent
auf 7,7 Milliarden Euro. Im Inland stagnierten die Investitionen der
drittgrößten deutschen Branche dagegen bei 6,3 Milliarden Euro.
Erstmals seit 2001 übertreffen in der deutschen Chemie damit die
Investitionen im Ausland die inländischen Investitionen.

Während in Europa die Chemienachfrage stagniert und die
Wachstumsprognosen für die kommenden Jahre verhalten ausfallen,
steigt die Chemienachfrage besonders in den Schwellenländern stark
an. Dies lenkt Investitionen der deutschen Chemieunternehmen nach
Asien und Lateinamerika. Sie stiegen 2012 um 27 Prozent auf 2,6
Milliarden Euro.

Eine Renaissance als Investitionsziel in der globalen Strategie
der Unternehmen erleben die USA: In den vergangenen drei Jahren hat
die deutsche Chemie rund 6,5 Milliarden Euro in Nordamerika in neue
Produktionsanlagen oder ihre Erweiterung investiert. Allein 2012
stiegen die Investitionen der Branche in Nordamerika um 54 Prozent
auf rund 3,2 Milliarden Euro. Wie attraktiv die USA für die deutsche
Chemie wieder sind, zeigt sich auch daran, dass inzwischen über 41
Prozent ihrer Auslandsinvestitionen dorthin gehen. 2005 waren es nur
knapp 28 Prozent. Der Hauptgrund für diese Entwicklung: Seit Beginn
des Booms der Förderung von Schiefergas 2009 sinken die Energie- und
Rohstoffkosten in den USA, während sie in Deutschland vor allem wegen
der Energiewende kräftig gestiegen sind. Derzeit ist Strom
hierzulande rund 2,5 mal so teuer wie in den USA, Gas sogar dreimal
so teuer.

VCI-Hauptgeschäftsführer Utz Tillmann sagte zu diesen Zahlen:
„Unsere Unternehmen sind wegen der Kostensteigerungen für Energie am
Standort Deutschland erheblich unter Druck. Im Ausland – besonders
den USA – finden sie offensichtlich bessere Produktionsbedingungen
vor, mit denen sie ihre Wettbewerbsfähigkeit sichern können. Damit
aus dieser Entwicklung kein Trend wird, muss die Politik die
Energiewende bezahlbar machen.“

Service:

Grafiken und weiterführende Informationen zu diesem Thema sind
online abrufbar unter: http://bit.ly/Auslandsinvestitionen_Chemie

Über den VCI:

Der VCI vertritt die wirtschaftspolitischen Interessen von rund
1.650 deutschen Chemieunternehmen und deutschen Tochterunternehmen
ausländischer Konzerne gegenüber Politik, Behörden, anderen Bereichen
der Wirtschaft, der Wissenschaft und den Medien. Der VCI steht für
mehr als 90 Prozent der deutschen Chemie. Die Branche setzte 2012
über 186 Milliarden Euro um und beschäftigte rund 434.000
Mitarbeiter.

Pressekontakt:
VCI-Pressestelle Telefon: 069 2556-1496 E-Mail: presse@vci.de
Twitter: http://twitter.com/chemieverband

veröffentlicht von on Montag, 25. November 2013. gespeichert unter Allgemein. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0. You can leave a response or trackback to this entry

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